Fränkisches Freilandmuseum Fladungen

mit dem Rhön-Zügle

Kunst geht fremd ... und ist verspielt

So viele Museen wie noch nie, nämlich 18 unterfränkische Häuser mit unterschiedlichen Konzepten und Schwerpunkten tauschen zum elften Mal ihre Kunst. 18 Ausstellungsstücke präsentieren sich in einem neuen, regionalen Umfeld, in fremder Atmosphäre und verändertem Kontext. In unserer diesjährigen Aktion "Kunst geht fremd" sind wir ganz verspielt!

Wir laden Sie dazu ein, Kunst in anderen, fremden Zusammenhängen zu sehen, neue Museen zu entdecken und auf diese Weise einmal ganz Unterfranken spielerisch zu erfahren. Das können Sie auch bei den begleitenden Veranstaltungen tun.

Kunst geht fremd 2021

Laufzeit

27.7. bis 7.11.2021

Öffnungszeiten

täglich 9 - 18 Uhr (im Okt., Nov. ist montags Ruhetag - außer an Feiertagen).

Weitere "Fremdgänger"

Weitere Informationen zur Aktion finden Sie auf der gemeinsamen Projektseite

Broschüre

Die Exponate haben ihren Koffer gepackt und gehen in anderen Museen fremd. Aber seien Sie beuruhigt: Es ist meist nur eine Sommerliebe! Alle Informationen zu den Fremdgängern finden Sie in einer 52 Seiten starken Broschüre. Die Broschüre führt in das Jahresmotto von "Kunst geht fremd" ein, stellt alle Fremdgänger vor und informiert über die beteiligten Museen.

Sie liegt in allen Museen zum Mitnehmen aus und ist hier als Download verfügbar: Download Broschüre Kunst geht fremd 2021 (PDF, nicht barrierefrei)

Medien

Fernsehbeitrag zur Aktion ansehen (TV Mainfranken, 26.8.21)



Seelilien Kunst geht fremd

Im Freilandmuseum zu Gast: Seelilien – Encrinus liliformis aus dem Museum Terra Triassica Euerdorf

Ein Fund aus dem Oberen Hauptmuschelkalk
Alter: ca. 235 Millionen Jahre
Fundort: Alverdissen

Seelilien wiegen in der Meeresströmung hin und her und sind, wenn auch manchmal unfreiwillig, ineinander verschlungen, als ob sie im Wasser spielen würden. Diese Seelilie (Encrinus liliformis) gehört zum Stamm der Stachelhäuter. Ihre heute noch lebenden Verwandten sind die Seegurke und der Seestern. Bei Seelilien handelt es sich jedoch nicht, wie der Name leicht vermuten lässt, um eine Pflanze, sondern um ein Tier, welches in großen Kolonien, an Treibhölzer angeheftet oder als Einzeltier im lichtdurchfluteten warmen Wasser eines Flachmeeres lebt. Dieses Klima und diesen Lebensraum gab es im heutigen Deutschland vor ca. 235 Millionen Jahren im Trias-Erdzeitalter. Die Trias ist besonders für Unterfranken ein prägendes Erdzeitalter, da hier Buntsandstein, Muschelkalk und Keuper als
dominierende Gesteinsschichten sichtbar sind.

Die Trias-Seelilien haben sich vermutlich von fressbaren Partikeln aus dem vorbeiströmenden Meerwasser ernährt. Mit ihren Armen filterten sie diese Teilchen aus dem Wasser. Die versteinerten Trochiten (Stielglieder der Seelilien) wurden bereits in der Steinzeit zu Halsketten verarbeitet. Hierzu wurde der Nervenkanal der Tiere freigebohrt und die einzelnen Glieder aufgefädelt. Bei den Germanen galten die Trochiten als Zeichen für Tapferkeit.

Die versteinerten Seelilien stellt das Fränkische Freilandmuseum Fladungen den Wandmalereien in der Reßmühle gegenüber. So kontrastieren dort feingliedrige Natur- und geometrische Kunstformen „verspielt“ miteinander.


Kartenspiel Kunst geht fremd

Unser Kartenspiel "Fränkisches Blatt" in der Barockscheune Volkach

Anton Türk
1945/1946
Pappe, bemalt 10 cm x 7 cm x 1 mm (pro Karte, 27 Karten)

„Der Ober sticht den Unter“ lautet eine der bekanntesten Regeln im Schafkopf. Seit dem 19. Jahrhundert erfreute sich das Trumpfspiel in Franken und Bayern besonderer Popularität. Meistens konkurrieren vier Personen um das Sammeln von Punkten oder kleine Geldbeträge. Beim Frühschoppen im Gasthaus oder daheim am Stubentisch, traditionell an Sonntagen war das Schafkopfen ein fester Bestandteil der Freizeitbeschäftigung und Geselligkeit.

In der unmittelbaren Nachkriegszeit 1945/46 wurde Anton Türk (1928 - 2003) aus Frickenhausen (Mellrichstadt, Lk. Rhön-Grabfeld) kreativ, da für ihn gedruckte Spielkarten nicht zu beschaffen waren. Um im Freundeskreis wie gewohnt Schafkopfen zu können, bemalte er die alten Stopfgarnpappen seiner Mutter. Als Vorlage wählte er die typischen Motive des Fränkischen Blatts, das um 1840 in Würzburg entstanden ist. Das ungewöhnliche Format der Garnpappen erschwerte das Mischen und Auffächern der Karten beim Spiel einer Partie. Die Not-Spielkarten waren nur kurze Zeit in Gebrauch, bis wieder gedruckte Exemplare zur Verfügung standen. So fanden sie bald durch Antons Sohn Michael eine Zweitverwendung als Malvorlagen. Er verewigte sich mit Buntstiften auf der Rückseite der Herz-Sieben und malte einige Motive seines Vaters aus.

Im Museum Barockscheune Volkach setzt das farbenfrohe Spiel einen Akzent mit Unterhaltungswert in der stadtgeschichtlichen Sammlung.

Öffnungszeiten:
Freitag: 14 – 17 Uhr
Samstag & Sonntag, Feiertag: 11 – 17 Uhr

 


Sie haben einen Fremdgänger erwischt? Dann teilen Sie doch Ihre Entdeckung mit dem Hashtag #KunstGehtFremd in den sozialen Netzwerken!

Diese Seite teilen