Hofstelle Trappstadt

Die Marktgemeinde Trappstadt liegt am Rand des Grabfeldes, einige Kilometer von Bad Königshofen entfernt, im Landkreis Rhön-Grabfeld. Um das Jahr 1800 lebten in dem Ganerbendorf neben 607 meist katholischen Einwohnern auch 35 Juden. Als "Ganerben" bezeichnete man die Mitglieder mehrerer adeliger Familien, die sich die Besitzrechte über einen Ort teilen mussten.

Die Hofstelle mit der Hausnummer 71 entstand im Jahr 1724. Zu dieser Zeit versuchte die Grundherrschaft ihre Steuereinkünfte mit der vermehrten Ansiedlung von neuen Hofstellen zu steigern. Zu diesem Zweck bot sie besitzlosen Neusiedlern Baugrund am unbesiedelten Dorfrand an. Sie gewährte den Neusiedlern eine zeitlich befristete Steuerfreiheit, stellte ihnen Baumaterialien zur Verfügung und wies ihnen kleine Wirtschaftsflächen zu.

In der im Museum dargestellten Zeit um 1920 bewirtschaftete Ambros Bader mit seiner Frau Rosina und der gemeinsamen Tochter Pauline das Anwesen. Durch gutes Wirtschaften war es ihm gelungen, den ursprünglichen Grundbesitz von 1,7 ha auf 3,3 ha zu erweitern.

Das Wohnhaus ist in Fachwerk aus Eichen- und Fichtenholz abgezimmert. Die geräumige Scheune schließt sich in gleicher Firstrichtung im hinteren Teil der Hofstelle an. Wie im nördlichen Unterfranken üblich finden wir im Wohnteil eine dreizonige Raumeinteilung: Die Verkehrszone mit Ern, zweiter Schlafkammer und hinten anschließender Küche erschließt das Haus traufseitig. Rechts davon liegt die Stube mit anschließender, kleiner Schlafkammer (Kabinett). Die Wirtschaftszone im hinteren Teil des Wohnhauses birgt den Stall, wo neben Kühen und Hühnern auch Schweine untergebracht waren.


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