Katholische Filialkirche St. Bartholomäus aus Leutershausen

Leutershausen, ein kleines Dorf von 300 Einwohnern, nahe bei Bad Neustadt an der Saale gelegen, hatte zu Beginn des 19. Jahrhunderts noch kein eigenes Kirchengebäude. Die Gläubigen mussten die sonn- und feiertäglichen Gottesdienste im Nachbarort Brendlorenzen mitfeiern, das einen einstündigen Fußmarsch weit entfernt lag. Auch ihre verstorbenen Ortsnachbarn mussten sie auf dem fremden Friedhof bestatten. Seit 1743 sammelte die Dorfgemeinschaft Geld zum Bau einer eigenen Kirche, das sie in Form einer Stiftung ansparten. Im Jahr 1800 hatte man 2200 Gulden angesammelt und konnte mit dem langersehnten Bau beginnen. 1802 konnte der erste Gottesdienst im neuerrichteten Gotteshaus gefeiert werden.

Die Armut der Leutershäuser Kirchengemeinde ließ nur den Bau eines schlichten, einschiffigen Hallenbaues zu, an den an der Westseite der Chorraum, an der Südseite die Sakristei angehängt wurde. Die gesamte Außenhaut der Kirche wurde aus grob zugehauenen Kalksteinen gefertigt, die außen nie verputzt waren. Auf dem Satteldach sitzt ein zweistöckiges, mit Schiefer verschindeltes Dachreitertürmchen auf, das von einer Zwiebel bekrönt ist. Man betritt den Kirchenraum von der östlichen Giebelseite her, an der im Innern die Orgelempore aufgestellt wurde. Der fünfseitige Chorraum auf der gegenüberliegenden Seite wird vom Langhaus durch einen Triumphbogen getrennt. Die Sakristei ist von innen durch einen Durchgang an der linken Chorseite und von außen erschlossen.

Im Laufe von 150 Jahren erhielten die Kirchenwände insgesamt sechs verschiedene
Farbfassungen. Die hier rekonstruierte zeigt an den Langhauswänden eine dezent farbige Quaderbemalung und am Chorsockel eine grüne Marmorumrahmung mit ockerfarbiger Intarsienmalerei, wie sie im Jahr 1907 angelegt wurde. Aus diesem Jahr stammt auch die Aufschrift auf dem Triumphbogen und die Darstellung des Hl. Michael an der Emporendecke.


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